ATARI: Der Emulator HATARI
Wer auf seinen Atari nicht verzichten möchte, aber gar keinen mehr zur Verfügung hat, der kann sich mit einem der zahlreichen ATARI-Emulatoren behelfen. Einer der Emulatoren, die immer noch aktualisiert werden, ist der HATARI:
Dieser Emulator verfügt über erstaunliche Fähigkeiten und eine wirklich gute Kompatibilität zu fast alles TOS-Versionen, die ich ausprobiert habe. In letzter Zeit, ist er aber auch etwas zickig, denn die TOS-Versionen für einen Falcon oder ATARI TT mochte er nicht so besonders leiden. Das ist aber, in meinen Augen, kein wirklicher Beinbruch.
Den HATARI konfigurieren....
...ist nicht wirklich schwierig, da es ihn zwar nicht auf Deutsch gibt, die Menüs aber im Grunde selbsterklärend sind. Das Wichtigste aber zuerst, denn der Emulator speichert seine Konfiguration in diesem Pfad...
C:\Users\YOUR-PC\AppData\Local\Hatari
...was mich eine ganze Weile doch recht verwirrt hat. Wenn Du einen eigenen Pfad einstellst, wird das (zumindest hier bei mir) vom HATARI einfach ignoriert! Wenn Du den Emulator entpackt und zum ersten Mal gestartet hast (man ist ja neugierig), startet er mit einem mitgelieferten EmuTOS:
Dieses TOS ist wirklich erstaunlich, denn es emuliert das originale Betriebssystem wie ein TOS 2.x. Leider nur in englischer Sprache aber immerhin völlig kostenlos. Auch der grafische Aufbau der Fenster unterscheidet sich deutlich vom Original, sodaß z.B. auch bei Software, die GEM benutzen, die Unterschiede deutlich zu sehen sind. Da aber auf vielen Webseiten das originale TOS des ATARI zur Verfügung steht, benutze ich einfach das!
| Mit EMU-TOS | Mit TOS 2.06 (STE) |
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Einstellungen für einen STE
Diese Emulation funktioniert wirklich einwandfrei und ich habe dies als Standard so gespeichert. Um diese Konfiguration einzustellen machst Du folgende Schritte. Zunächst startest Du natürlich den HATARI und drückst dann auf die F12-Taste:
Jetzt führst Du folgende Schritte aus. Klicke zuerst auf:
- System ==> Machine Type = STE / Blitter in STE-Mode / Back to Main Menu
- ROM ==> Tos Image / Browse ==> Das TOS 2.06 auswählen / Back to Main Menu
- Memory ==> 4 MiB auswählen / Back to Main Menu
- Atari Screen ==> Atari Monitor = Mono / Back to Main Menu
- Save config ==> OK
- () Reset Machine ==> OK
Ab jetzt startet der Hatari immer in dieser Konfiguration. Da ich keine Ahnung habe, welchen rechtlichen Status die TOS-Versionen haben, kann ich Dir diese hier leider nicht verlinken. Aber wenn Du das im Internet suchst, wirst Du mit Sicherheit fündig werden!
Eine Diskette einlegen und starten
Der HATARI kann emulierte ATARI-Disketten im Format ST / MSX und auch STX einlesen. Diese Disketten kannst Du entweder selbst erstellen (das erkläre ich in einem eigenen Artikel) oder wirklich massenhaft aus dem Internet laden. Du drückst wieder F12:
- Floppy Disk ==> Browse
In diesem Dialog suchst Du das Verzeichnis, in dem Du die ATARI-Disketten gespeichert hast. Wenn Du die gewünschte Datei gefunden hast, klickst Du sie einmal an und dann auf OK. Du brauchst den Emulator nicht neu starten, die Diskette wird sofort eingelegt:
Deine Festplatte einbinden
Auch das ist sehr einfach, denn der HATARI erlaubt Dir, auf Deine Festplatte zuzugreifen. Ich habe mir dazu ein Verzeichnis erstellt, in dem ich ausschließlich Software für den ATARI gespeichert habe. Gehe mit F12 in das Menü und klicke auf:
- Hard Disk ==> GemDos Drive ==> Browse
Verlinke hier das Verzeichnis, in dem Du Deine ATARI-Software gespeichert hast. Hier kannst Du auch einen AUTO-Ordner anlegen und z.B. die Software NVDI installieren, das funktioniert wirklich einwandfrei. Vergiß aber nicht, Deine Konfiguration immer zu speichern, wenn Du etwas verändert hast!
Und so sieht das dann aus, wenn Du alles richtig gemacht hast. Meine Konfiguration mit einem installierten NVDI und Zugriff auf meine Festplatte:
PC-Festplatte und zusätzlich ein Image einbinden
Wenn Du in Hatari ein GEMDOS-Laufwerk und ein ACSI-Image einbindest, passiert Folgendes: Solange Hatari seinen internen AHDI-Emulator benutzt, kann er die GEMDOS-Ordner einfach „dahinterhängen“. Er kontrolliert ja selbst die gesamte Laufwerksliste und hängt den PC-Ordner nach den Partitionen des Images ein. Sobald Du aber ICD Pro von Deinem Image bootest, übernimmt dieser Treiber komplett die Verwaltung der Festplatten. ICD schreibt die Laufwerksliste neu, so wie es auf echter Hardware auch passieren würde. In diesem Moment hat Hatari keine Möglichkeit mehr, eigene „virtuelle“ GEMDOS-Laufwerke dazuzufügen, weil der Atari-Treiber ja schon fertig initialisiert ist und die Buchstaben festgelegt hat.
Hatari verhält sich hier also streng hardwaretreu: Auf einem echten ST könntest Du nach dem Laden von ICD auch nicht plötzlich noch ein zusätzliches PC-Verzeichnis anhängen. Der Emulator imitiert das genauso. Allerdings mit dem Nebeneffekt, dass Dein GEMDOS-Laufwerk gar nicht mehr erscheint, wenn ICD die Kontrolle hat. Darum funktioniert „Add GEMDOS after…“ nur, wenn der eingebaute Hatari-Treiber aktiv bleibt. Sobald ICD Pro übernimmt, ist Schluss – und deshalb verlierst Du im aktuellen Hatari genau diese Möglichkeit.
Eine einfache, verträgliche Lösung
Die einfachste Lösung für das Problem ist, Dein Image so zu formatieren, dass Du den unvermeidlichen Verlust der ersten Partition verschmerzbar machst. Du richtest das Image mit ICD Pro ganz normal ein, achtest aber darauf, dass C: , also die erste Partition, nur winzig ist, zum Beispiel 5 oder 10 MB. Diese Partition wird in Hatari verschwinden, sobald Du GEMDOS vorn einbindest. Der Platzverlust ist dadurch minimal, und alle anderen Partitionen ab D: bleiben in voller Größe erhalten. „Add GEMDOS after…“ schaltest Du dann ab.
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