ST-Images auf Diskette schreiben
Folgendes Problem: Jetzt hast Du Tausende Disketten für den ATARI, diese aber nur als Image-Datei (MSA, ST). Dein ATARI, den Du liebst und pflegst, kann mit diesen Dateien aber nun wirklich nichts anfangen. Also was tun?
Lösung 1: Eine GOTEK
Diese Hardwarelösung kann man entweder als externes- oder als internes Diskettenlaufwerk einbauen. Die Images werden dann auf einen USB-Stick kopiert und mit der mitgelieferten Software (FlashFloppy) kann man ganz einfach per Knopfdruck oder Drehrad die Disketten in Laufwerk A tauschen. Das funktioniert im Grunde auch ganz einfach und wirklich zuverlässig. So muss man z. B. auch den ATARI nicht neu starten, wenn man die Diskette wechselt.
Im Alltag aber, und das ist meine Meinung, ist die GOTEK vollkommen unbrauchbar. Schon wenn ich 50 Disketten-Images auf den USB-Stick kopiere, muss ich mit dem Drehrad 50 Mal drehen, um mir die passende Diskette herauszusuchen. Jetzt stell Dir mal vor, Du hast 5000 Disketten! Mit der GOTEK ein Ding der Unmöglichkeit. Dann kommt noch dazu: Wenn Du die interne Lösung hast, benötigst Du noch ein externes ATARI-Laufwerk! Bleibt also nur die externe Lösung, die ein großes Problem aufweist: Kein Platz mehr für eine Festplatte. Du kannst aber auch einen Bausatz für ein passendes Kabel bestellen, musst es jedoch selbst verlöten.
Trotzdem kann man natürlich mit der GOTEK eine ST-Datei auf eine Diskette speichern, da die GOTEK nichts anderes macht, als das Image zu entpacken und als Laufwerk A einzubinden. Hast Du nun ein externes ATARI-Laufwerk am Rechner (Laufwerk B), funktioniert das tadellos. Auch mit der externen GOTEK, die Du dann als Laufwerk B jumpern musst (das ist kein Problem), funktioniert das.
Lösung 2: Eine SD4ST kaufen
Und das ist auch die beste Lösung. Die SD4ST (der schwarze Kasten im Bild oben) ist einfach eine Sensation, denn sie simuliert eine angeschlossene Festplatte! Grandios! Dabei gelten natürlich die physikalischen Grenzen Deines ATARI. Wie man ein Image für die SD4ST erstellt, habe ich bereits hier beschrieben. Damit Dein Atari mit dem SD4ST sauber arbeitet, musst Du die Größe der Partitionen an die TOS-Version anpassen. Je älter das TOS, desto kleiner muss eine einzelne Partition sein. Hier die Übersicht:
| TOS-Version | Maximale Partitionsgröße | Dateisystem |
|---|---|---|
| 1.00 – 1.04 | 256 MB | FAT16 |
| 1.06 – 1.62 | 512 MB | FAT16 |
| 2.06 – 2.62 | 1024 MB | FAT16 |
Möchtest Du nun eine Image-Disk auf eine Diskette kopieren, funktioniert das sehr einfach mit dem Programm JAYMSA:
Nachdem man sich über FILE >> OPEN eine ST-Datei herausgesucht hat, zeigt JAY den Inhalt dieser Datei an:
Wählt man danach FILE >> Extract, kann man mit PATH das Laukwerk A anwählen:
Nach einem Klick auf OKAY beginnt der Vorgang des Entpackens und das Schreiben auf die Diskette. Da das Programm nicht Diskette nicht formatiert, sollte auf der Disk natürlich genug Platz sein:
Lösung 3: ST-Images auf dem PC auf Diskette schreiben
Hier wird die Sache etwas komplizierter. Man benötigt ein altes Diskettenlaufwerk, das mit dem ATARI-Format umgehen kann! Das Problem ist, dass moderne PC gar keinen Floppy-Controller mehr eingebaut haben und moderne USB-Laufwerke nichts mit dem ATARI-Format anfangen können. Ich habe ein NEC UF0002, mit dem das allerdings möglich ist. Nachdem ich eine Diskette auf dem ATARI formatiert habe, kann man mit diesem Laufwerk diese Diskette auf dem PC lesen und beschreiben.
Doch auch das gestaltete sich schwieriger, als ich angenommen habe. Warum dann nicht einfach die ST-Dateien auf dem PC entpacken und über den PC auch auf Diskette schreiben? Ein Atari ST benutzt zwar 720-KB-Disketten, aber nicht immer im reinen MS-DOS-Format. Viele Spiele und Demos sind nicht als Standarddateien gespeichert, sondern nutzen eigene Sektorstrukturen, exotische Spurenanzahl oder geänderte Sektorgrößen. Diese Formate lassen sich mit normalen PC-Floppylaufwerken nicht im Rohformat schreiben, weil der PC-Controller nur fest definierte Layouts zulässt.
Man muss also bei einigen Programmen (nicht bei allen) den "Umweg" über einen Emulator machen. Ich besitze seit vielen Jahren den hervorragenden STEmulator vom damaligen FALKE-Verlag, mit dem das möglich ist! Leider ist dieser nur schwer zu bekommen und über den rechtlichen Status weiß ich überhaupt nicht Bescheid. STEEM kann gar kein angeschlossenes Diskettenlaufwerk ansprechen. Mit HATARI habe ich es versucht, bei mir klappt das nicht. Aber mit dem STEmulator geht das hervorragend. Es arbeitet hervorragend mit dem USB-Laufwerk zusammen. Allerdings liest der STEmulator keine Disketten-Images! Er kann also nur Dateien, die Du bereits auf Deiner Festplatte hast, auf die Diskette schreiben!
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