ST- und MSA-Images entpacken mit dem PC
Jeder, der sich dem Thema ATARI auch noch nach 40 Jahre verschrieben hat, kennt das. Im Internet gibt es Tausende ST-Disketten, aber was ist denn bitte das ST-Format. Diese Disketten, die man herunterladen kann, heißen z. B. PDSOFT.ST. ST-Images sind einfache Abbilder einer ganzen Atari-Diskette. Die Datei enthält jeden einzelnen Sektor der ursprünglichen Diskette in der richtigen Reihenfolge, so als hätte man die Diskette komplett in eine Datei geschrieben. Keine Kompression, kein Zusatzformat, es ist nur der rohe Inhalt. Ein Emulator wie STEEM oder HATARI jedoch behandelt so ein ST-Image wie eine echte Diskette. Du klickst es an, der Emulator legt es virtuell ins Laufwerk und der Atari-Code darin startet ganz normal.
Windows erkennt ST-Images nicht, weil das Format völlig außerhalb dessen liegt, was Windows erwartet. Ein ST-Image ist eine 1:1-Sektor-Kopie einer Atari-Diskette. Es enthält keine Windows-Struktur, keine MBR-Partition, kein FAT-Dateisystem in einer Form, die Windows versteht, sondern nur die rohen Sektoren genau so, wie sie der Atari beschrieben hat. Windows versucht so eine Datei gar nicht erst als Dateisystem einzuhängen, weil die nötigen Kennungen fehlen. Für Windows ist das daher nur eine Binärdatei ohne verwertbaren Inhalt. Um ST-Images zu öffnen, braucht man ein Tool, das das Atari-Diskettenformat kennt und die Sektoren wie ein Laufwerk interpretiert, zum Beispiel ein Emulator oder ein spezielles Entpack- bzw. Konvertierprogramm. Windows bringt dafür nichts mit, daher bleibt das Image für das System unlesbar.
ST-Images auf dem PC entpacken
Jetzt eine gute Nachricht. Ich stelle hier ein Programm zur Verfügung, welches auf "MCOPY" aufbaut. Damit wird das Entpacken zum Kinderspiel! Und die Bedienung dieses Programmes ist total einfach. Du entpackst die ZIP irgendwo auf deiner Festplatte, kopierst die ST-Images, die du entpacken möchtest in dieses Verzeichnis und startest die ST-Entpacken.exe. Fertig! Dabei spielt es keine Rolle, ob du ein oder tausend Images entpackst. Tausend dauern halt einfach nur länger!
Das Prinzip ist einfach: Das ST-Image wird immer in ein eigenes Verzeichnis entpackt, das ist immer der Name des Images. Wenn alles gut verlaufen ist, wird das Image gelöscht! Also Vorsicht, die Images nicht in das Verzeichnis verschieben, sondern auf jeden Fall in das Verzeichnis kopieren! Allerdings warnt das Programm vor dem Entpacken noch einmal. Wer lesen kann, ist also im Vorteil! Das Programm ist Freeware, du darfst es beliebig verteilen, weitergeben, verschenken, auf deiner Homepage anbieten und in allen ATARi-Foren darauf aufmerksam machen! Das Copyright bleibt aber bei mir. Dürfte aber klar sein.
MSA-Dateien auf dem PC entpacken
MSA-Dateien lassen sich mit meinem Programm leider nicht entpacken, aber das macht nichts. Dafür gibt es das Programm MSA-Converter. Das versteht zwar nur englisch und französisch, im Grunde erklärt es sich aber auch von allein. Die wichtigsten Funktionen sind:
- Durchsuchen von Disk-Images mit der Möglichkeit, Dateien hinzuzufügen, zu löschen oder anzusehen
- Konvertieren von Disk-Image-Formaten (ST, MSA, DIM, STT)
- Umwandeln von ZIP-Dateien in ST- oder MSA-Disk-Image-Formate
- Anzeigen des Clusterzustands eines Disk-Images
- ZIP-Stapelkomprimierung für mehrere einzelne Dateien
- Suche nach doppelten Dateien, sinnvoll für große Disk-Image-Sammlungen
- Erstellen leerer Disk-Images mit vielen Einstellmöglichkeiten
- Zweisprachig: Französisch und Englisch
Was das Programm nicht kann: Es kann nicht mehrere Images auf einmal entpacken, so daß du direkt damit arbeiten kannst. Es kann also ST-Images zu MSA-Images auspacken und einzelne Disketten einlesen und abspeichern.
Nach dem Start siehst du die Programmoberfläche auf französisch. Klicke in der Menüzeile auf Outils und dort auf Options. Dort stellst du Langue auf English, danach schließt du das Fenster mit X.
Jetzt nicht wundern, dass sich die Sprache nicht geändert hat. Du musst das Programm zuerst wieder schließen und dann neu starten. Nun hat sich die Sprache auf englisch verändert. Klicke nun auf File und suche dir entweder ein ST- oder ein MSA-Image von deiner Festplatte. Klappt das Entpacken, wird dir der Inhalt des Images in einem Fenster angezeigt:
Diese Dateien kannst du jetzt auf deine Festplatte entpacken. Du kannst aber auch die Dateien in dem ST-Image löschen, verschieben, oder ein neues Verzeichnis anlegen. Wenn du die Dateien kopieren möchtest, klicke die entsprechende Datei(en) an, dann die rechte Maustaste und dort auf Save. Jetzt kannst du diese Dateien entweder auf eine Diskette oder auf deine Festplatte schreiben.
ST-Images in MSA entpacken
Das macht ja zunächst mal gar keinen Sinn. Viele Nutzer wandeln ST-Images in MSA um, weil das Format auf echter ATARI-Hardware deutlich verbreiteter ist. Ein ST-Image hat immer die volle Diskettengröße und wird von vielen älteren Programmen gar nicht erkannt, während MSA dank integrierter Kompression und Fehlerprüfung stabil läuft und von fast allen gängigen Tools wie MSA II, JayMSA oder MCP problemlos gelesen wird. Der Wechsel auf MSA sorgt deshalb nicht nur für kleinere Dateien, sondern auch für eine deutlich höhere Kompatibilität, besonders wenn man die Images auf einem echten ST nutzt oder mit klassischer Software arbeitet.
Möchtest du einzelne oder mehrere ST- oder MSA-Images entpacken, dann klicke auf Tools und Convert a Disk Image. Unter Source Files (das grüne Pluszeichen rechts) lädst du eine oder mehrere Dateien. Klicke nun auf MSA, das Programm entpackt dann ST-Images und macht daraus ein MSA-Image. Umgekehrt kannst du MSA-Images laden und wieder ST-Images daraus machen. Wozu man das auch immer braucht, da kenne ich mich leider nicht so aus.
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