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Woran Du einen KI-Text erkennst

KI-generierte Texte sind heute oft so gut formuliert, dass sie auf den ersten Blick kaum noch von menschlich geschriebenen Beiträgen zu unterscheiden sind. Trotzdem gibt es typische sprachliche, inhaltliche und formale Merkmale, die immer wieder auftreten. Einzelne Anzeichen beweisen noch nicht, dass ein Text von einer künstlichen Intelligenz stammt. Wenn jedoch mehrere dieser Merkmale gleichzeitig vorkommen, wird der Verdacht deutlich stärker. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Hinweise zusammen, die auf den deutsch- und englischsprachigen Wikipedia-Seiten zu KI-generierten Inhalten genannt werden.

1. Übertriebene Bedeutung des Themas

KI-Texte neigen dazu, selbst kleinen oder alltäglichen Themen eine besonders große historische, gesellschaftliche oder kulturelle Bedeutung zuzuschreiben. Oft wird eine besondere Bedeutung behauptet, ohne sie konkret zu belegen. Typische Formulierungen sind:

  • „spielt eine bedeutende Rolle“
  • „stellt einen Wendepunkt dar“
  • „ist ein Zeugnis für“
  • „unterstreicht die Bedeutung“
  • „hinterlässt einen bleibenden Eindruck“
  • „fasziniert bis heute“
  • „ist tief verwurzelt“
  • „prägte die weitere Entwicklung“

2. Vorgefertigte Behauptungen über Anerkennung

Verdächtig wird es, wenn konkrete Namen, Auszeichnungen, Medien oder Quellen fehlen. Personen, Unternehmen, Organisationen oder Werke werden häufig mit allgemeinen Aussagen aufgewertet.

  • „wurde weithin anerkannt“
  • „erhielt große Aufmerksamkeit“
  • „wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen gelobt“
  • „hat sich als führende Stimme etabliert“
  • „erlangte internationale Bekanntheit“
  • „wurde in zahlreichen Medien vorgestellt“

3. Scheinbar tiefgründige, aber inhaltsarme Analyse

Nach einer einfachen Aussage folgt häufig ein weiterer Satz, der tiefgründig klingt, aber kaum neue Information liefert. Der zweite Satz wiederholt meist nur die Aussage des ersten Satzes in abstrakter Form.

  • „wodurch seine Bedeutung hervorgehoben wird“
  • „was seinen Einfluss widerspiegelt“
  • „und damit sein Engagement unterstreicht“
  • „wodurch die anhaltende Relevanz betont wird“
  • „was die zentrale Rolle verdeutlicht“

4. Werbliche Sprache

KI-Texte klingen häufig wie Werbung, eine Unternehmensbroschüre oder ein touristischer Prospekt. Probleme oder Kritik werden in solchen Texten oft nur kurz erwähnt, während positive Eigenschaften ausführlich beschrieben werden.

  • atemberaubend
  • einzigartig
  • außergewöhnlich
  • lebendig
  • dynamisch
  • malerisch
  • idyllisch
  • reiches kulturelles Erbe
  • beeindruckende natürliche Schönheit
  • eingebettet in
  • im Herzen von
  • verbindet Tradition und Moderne
  • zukunftsweisend
  • führend

5. Vage Berufung auf Experten und Mehrheiten

Eine häufige Schwäche sind Aussagen, die einer unbestimmten Gruppe zugeschrieben werden. Wer diese Experten, Forscher oder Beobachter sind, bleibt meist offen.

  • „Experten zufolge“
  • „Beobachter weisen darauf hin“
  • „Kritiker argumentieren“
  • „Forscher sind sich einig“
  • „viele sehen darin“
  • „es wird allgemein angenommen“
  • „in Fachkreisen gilt“

6. Das typische Kapitel über Herausforderungen und Zukunft

Viele KI-Texte folgen am Ende demselben Muster:

  1. Das Thema war erfolgreich.
  2. Es gibt dennoch Herausforderungen.
  3. Neue Entwicklungen könnten diese lösen.
  4. Das Thema werde auch in Zukunft wichtig bleiben.

Typische Formulierungen:

  • „Trotz dieser Erfolge bestehen weiterhin Herausforderungen.“
  • „Mit Blick auf die Zukunft …“
  • „Zukünftige Entwicklungen könnten …“
  • „Weitere Investitionen könnten die Effizienz steigern.“
  • „Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.“
  • „Die Zukunftsaussichten sind vielversprechend.“

7. Spekulation statt fehlender Information

Wenn gesicherte Informationen fehlen, füllt die KI die Lücke häufig mit Vermutungen. Ein seriöser Text sollte klar zwischen belegten Tatsachen und Vermutungen unterscheiden.

  • „Es ist wahrscheinlich, dass …“
  • „Dies könnte darauf hindeuten …“
  • „Möglicherweise spielte … eine Rolle.“
  • „Auch wenn dies nicht dokumentiert ist …“
  • „Es ist denkbar, dass …“
  • „Auf Grundlage ähnlicher Fälle kann angenommen werden …“

8. Künstliche Formulierungen mit „von … bis …“

KI-Texte versuchen oft, ein Thema besonders umfassend erscheinen zu lassen. Die genannten Punkte bilden dabei häufig gar kein sinnvolles Spektrum.

  • „von Kunst und Kultur bis hin zu Technologie und Bildung“
  • „von lokalen Initiativen bis zu globalen Bewegungen“
  • „von kleinen Unternehmen bis hin zu internationalen Konzernen“

9. Unnatürliche Definition des Themas

Ein Text beginnt manchmal damit, die Überschrift mechanisch als Gegenstand zu definieren. Beispiel: „Die Liste der Lieder über Mexiko ist eine kuratierte Zusammenstellung von Musikstücken, die sich mit Mexiko beschäftigen.“ Solche Einleitungen wirken oft wie automatisch erzeugte Definitionen.

10. Allgemeine Würdigung statt konkreter Einzelheiten

Konkrete Informationen werden durch bedeutungsschwere Aussagen ersetzt. Statt: „Er entwickelte 1897 eine neue Kupplungsvorrichtung.“ steht dann: „Er war ein visionärer Pionier, der die industrielle Entwicklung nachhaltig prägte.“ Der zweite Satz klingt größer, enthält aber weniger überprüfbare Information.

11. Typischer KI-Wortschatz

Bestimmte Wörter und Formulierungen treten in KI-Texten auffallend häufig auf. Ein einzelnes Wort ist kein Beweis. Auffällig ist eine ungewöhnlich hohe Konzentration solcher Begriffe.

  • darüber hinaus
  • zusätzlich
  • entscheidend
  • wesentlich
  • zentral
  • hervorheben
  • unterstreichen
  • fördern
  • verbessern
  • nachhaltig
  • facettenreich
  • vielschichtig
  • robust
  • dynamisch
  • lebendig
  • wegweisend
  • wertvoll
  • komplexes Zusammenspiel
  • kultureller Teppich

12. Mechanische Übergangswörter

Fast jeder Absatz beginnt mit einem verbindenden Signalwort. Das macht den Text zwar ordentlich, aber auch vorhersehbar und mechanisch.

  • darüber hinaus
  • außerdem
  • zusätzlich
  • ferner
  • andererseits
  • des Weiteren
  • gleichzeitig
  • insbesondere
  • nichtsdestotrotz
  • in diesem Zusammenhang

13. Vermeidung einfacher Sätze

Statt klar zu schreiben: „Das Gebäude ist ein Museum.“ entstehen unnötig umständliche Varianten:

  • „Das Gebäude dient als Museum.“
  • „Das Gebäude fungiert als Museum.“
  • „Das Gebäude stellt ein Museum dar.“
  • „Das Gebäude bildet einen kulturellen Anlaufpunkt.“

14. Übermäßige Kontrastkonstruktionen

Sätze erzeugen oft künstlich Bedeutung und Spannung. Besonders beliebt sind Formulierungen wie: 

  • „nicht nur X, sondern auch Y“
  • „nicht X, sondern vielmehr Y“
  • „weniger X als vielmehr Y“
  • „X ist mehr als nur Y“
  • „nicht einfach X, sondern ein Ausdruck von Y“

15. Dreiergruppen

KI-Texte lieben Aufzählungen aus genau drei Begriffen.

  • „Geschichte, Kultur und Identität“
  • „Innovation, Zusammenarbeit und Wachstum“
  • „klar, präzise und verständlich“
  • „informieren, inspirieren und verbinden“
  • „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“

16. Erzwungene Synonyme

Um Wiederholungen zu vermeiden, wird dasselbe Objekt immer wieder anders bezeichnet. Dadurch entstehen manchmal unpassende oder ungenaue Ersatzbegriffe.

  • die Organisation
  • die Institution
  • die Einrichtung
  • der Akteur
  • das Unternehmen

17. Unnatürlich gleichmäßiger Satzbau

Der Text wirkt oft glatt, aber auch leblos. Ein KI-Text kann auffallen, wenn:

  • fast alle Sätze ähnlich lang sind
  • Absätze nach demselben Muster aufgebaut sind
  • jeder Abschnitt mit einer Bewertung endet
  • alle Kapitel ungefähr gleich lang sind
  • sprachliche Brüche und spontane Einschübe fehlen

18. Redaktionelle Kommentare ohne Inhalt

  • „Es ist wichtig zu beachten, dass …“
  • „Es sollte erwähnt werden, dass …“
  • „Bemerkenswert ist, dass …“
  • „Dabei darf nicht vergessen werden …“
  • „Ein weiterer wichtiger Aspekt ist …“
  • „Besondere Aufmerksamkeit verdient …“

Solche Einleitungen verlängern den Text, ohne selbst etwas auszusagen.

19. Zusammenfassung nach jedem Abschnitt

  • „Zusammenfassend lässt sich sagen …“
  • „Insgesamt zeigt sich …“
  • „Alles in allem …“
  • „Abschließend wird deutlich …“
  • „Diese Aspekte verdeutlichen gemeinsam …“

Besonders auffällig ist das bei sehr kurzen Abschnitten, die gar keine Zusammenfassung benötigen.

20. Ein eigenes Fazit bei einfachen Sachtexten

KI-Texte enden häufig mit Überschriften wie:

  • Fazit
  • Schlussfolgerung
  • Zusammenfassung
  • Ausblick
  • Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Darunter wird das Thema meist noch einmal positiv gewürdigt.

21. Überreste einer Chatbot-Antwort

Besonders eindeutig sind Formulierungen, die eigentlich an den Auftraggeber gerichtet waren.

  • „Natürlich!“
  • „Gerne!“
  • „Hier ist der gewünschte Text.“
  • „Hier ist eine überarbeitete Version.“
  • „Ich hoffe, das hilft.“
  • „Lass mich wissen, wenn …“
  • „Möchtest du, dass ich …?“
  • „Bei Bedarf kann ich …“

22. Brief- oder E-Mail-Stil

Ein Sachtext enthält plötzlich Formulierungen wie:

  • „Sehr geehrte Damen und Herren“
  • „Ich hoffe, diese Nachricht erreicht Sie wohlauf.“
  • „Ich schreibe Ihnen, um …“
  • „Vielen Dank für Ihre Zeit.“
  • „Mit freundlichen Grüßen“

23. Hinweise auf den Wissensstand des Modells

  • „Stand meines letzten Wissensupdates …“
  • „Bis zu meinem Wissensstand …“
  • „Meine Kenntnisse reichen nur bis …“
  • „Auf Grundlage der verfügbaren Informationen …“
  • „In den Suchergebnissen konnten keine Angaben gefunden werden.“
  • „Diese Informationen sind möglicherweise nicht vollständig aktuell.“

24. Platzhalter im fertigen Text

  • [Name einsetzen]
  • [Datum]
  • [Ort]
  • [Quelle hinzufügen]
  • [Unternehmen oder Organisation]
  • XXX
  • Lorem ipsum

25. Behauptungen über die eigene Qualität

Der Text erklärt ausdrücklich, er sei:

  • neutral
  • objektiv
  • ausgewogen
  • gut belegt
  • regelkonform
  • enzyklopädisch formuliert

Ein guter Text sollte diese Eigenschaften zeigen und nicht selbst behaupten.

26. Übermäßige Fettschrift

Ein häufiges KI-Muster ist die dauernde Hervorhebung einzelner Begriffe oder des ersten Teils eines Listenpunkts.

  • Historischer Hintergrund: Erklärung
  • Zentrale Bedeutung: Erklärung
  • Herausforderungen: Erklärung
  • Fazit: Erklärung

27. Übermäßige Listenbildung

Normale Inhalte werden in nummerierte Listen, Unterlisten, Pro-und-Contra-Listen oder sogenannte Schlüsselpunkte zerlegt. Häufig haben alle Punkte fast denselben Satzbau.

28. Kleine Überschriften innerhalb von Listen

  • Geschichte: Erklärung
  • Bedeutung: Erklärung
  • Einfluss: Erklärung
  • Zukunft: Erklärung

Der Text zerfällt dadurch in viele kleine, schematische Einheiten.

29. Emojis als Gliederung

  • ? Wichtig
  • ? Vorteile
  • ?? Herausforderungen
  • ? Analyse
  • ? Quellen
  • ? Fazit

30. Zu viele Gedankenstriche

KI-Texte verwenden Gedankenstriche oft an Stellen, an denen ein Punkt, ein Komma oder eine Klammer natürlicher wäre. „Das Projekt war erfolgreich – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell – und prägte die Region nachhaltig.“

31. Ungewöhnlich perfekte Typografie

Ein möglicher Hinweis kann sein, dass ein Text plötzlich:

  • perfekte typografische Anführungszeichen verwendet
  • konsequent Gedankenstriche setzt
  • typografische Apostrophe nutzt
  • Sonderzeichen einheitlich formatiert

Für sich allein ist das allerdings kein verlässlicher Beweis.

32. Überflüssige Tabellen

Einfache Informationen werden in Tabellen gepackt, obwohl keine echte Gegenüberstellung nötig ist.

Aspekt Beschreibung Bedeutung
Beispiel Allgemeine Erklärung Allgemeine Bewertung

33. Trennlinien zwischen allen Abschnitten

Viele Chatbot-Ausgaben trennen jede Überschrift mit einer Linie. Wird ein solcher Text direkt übernommen, bleiben diese Trennzeichen manchmal sichtbar.

34. Erfundene Quellen

Ein besonders schwerwiegendes Anzeichen sind Quellen, die überhaupt nicht existieren.

  • erfundene Buchtitel
  • erfundene wissenschaftliche Aufsätze
  • falsche Autoren
  • nicht existierende Zeitschriften
  • erfundene Verlage
  • frei erfundene Internetadressen

35. Teilweise falsche Quellenangaben

Das Werk existiert, aber einzelne Angaben stimmen nicht.

  • falsches Erscheinungsjahr
  • falscher Autor
  • falscher Titel
  • falsche Seitenzahl
  • falscher Verlag
  • falscher Band oder Jahrgang

36. Die Quelle belegt die Aussage nicht

Der Link funktioniert, aber die behauptete Information steht nicht in der Quelle. Deshalb sollte immer geprüft werden:

  1. Existiert die Quelle?
  2. Belegt sie wirklich die konkrete Aussage?

37. Ungültige ISBN oder DOI

  • Die Prüfziffer stimmt nicht.
  • Die DOI existiert nicht.
  • Die ISBN gehört zu keinem Werk.
  • Die Nummer sieht plausibel aus, ist aber erfunden.
  • Die DOI führt zu einem völlig anderen Artikel.

38. Bücher ohne genaue Fundstelle

Ein umfangreiches Buch wird als Beleg genannt, aber es fehlen Seitenzahl, Kapitel oder genaue Fundstelle.

39. Fehlerhafte oder uneinheitliche Zitierweise

  • verschiedene Zitationsstile im selben Text
  • falsche Reihenfolge bibliografischer Angaben
  • unübliche oder fehlerhafte Vorlagen
  • englischer Zitierstil in einem deutschen Text

40. Defekte oder unpassende Links

Links führen möglicherweise zu:

  • nicht existierenden Seiten
  • Suchergebnissen statt zur Quelle
  • allgemeinen Startseiten
  • thematisch unpassenden Dokumenten
  • erfundenen URL-Strukturen

41. Trackingparameter aus Chatbot-Ausgaben

Verdächtig können ungewöhnliche Anhänge in Links sein, etwa:

  • utm_source=chatgpt.com
  • andere KI- oder Kampagnenparameter

42. Nicht verwendete Quellen

Im Quellenverzeichnis stehen Werke, auf die im eigentlichen Text gar nicht verwiesen wird.

43. Markdown-Reste

Beim direkten Kopieren bleiben manchmal Formatierungszeichen sichtbar.

  • # Überschrift
  • ## Unterüberschrift
  • **fett**
  • _kursiv_
  • [Linktext](URL)
  • dreifache Backticks
  • Markdown-Tabellen

44. Interne Chatbot-Marker

Sehr starke Hinweise sind technische Reste wie:

  • turn0search0
  • turn0image0
  • turn0news0
  • turn1file0
  • contentReference
  • oaicite
  • oai_citation
  • attached_file
  • grok_card
  • attribution
  • attributableIndex
  • :::writing

Solche Begriffe stammen aus internen Ausgabeformaten und gehören nicht in einen fertigen Text.

45. Nicht existierende Vorlagen oder Kategorien

Vor allem in Wikipedia-Beiträgen können erfundene Vorlagen, falsche Parameter oder nicht existierende Kategorien auftreten.

46. Plötzlicher Wechsel des Schreibstils

Ein Autor schreibt normalerweise knapp, fehlerhaft oder umgangssprachlich und liefert plötzlich einen perfekt gegliederten, hochformalen und fehlerfreien Text. Ein solcher Bruch kann ein Hinweis auf KI-Unterstützung sein.

47. Plötzlicher Produktivitätsschub

  • sehr viele lange Texte in kurzer Zeit
  • umfangreiche Beiträge im Minutentakt
  • mehrere vollständig ausgearbeitete Artikel an einem Tag
  • ungewöhnlich schnelle, ausführliche Antworten

Auch das ist nur ein Zusatzindiz, da Texte vorher vorbereitet worden sein können.

48. Übertrieben ausführliche Änderungsbeschreibungen

Typische Formulierungen:

  • „Ich habe den Text überarbeitet, um Klarheit und Neutralität zu verbessern.“
  • „Redundanzen wurden entfernt.“
  • „Der Ton wurde an den enzyklopädischen Stil angepasst.“
  • „Es wurde sichergestellt, dass alle Richtlinien eingehalten werden.“

49. Erklärungen für Prüfer oder Moderatoren

Ein Text erklärt vorsorglich, warum er angenommen werden müsse:

  • alle Quellen seien unabhängig
  • die Person sei eindeutig relevant
  • sämtliche Regeln seien erfüllt
  • der Text sei neutral
  • die Kriterien seien vollständig erfüllt

50. Der Autor kann den eigenen Text nicht erklären

Ein sinnvoller Gegencheck besteht darin, nach konkreten Entscheidungen zu fragen.

  • Warum wurde diese Quelle verwendet?
  • Wo genau steht die Aussage in der Quelle?
  • Warum wurde der Text so gegliedert?
  • Was bedeutet eine bestimmte Formulierung?
  • Wie entstand ein Widerspruch?

Wer den eigenen Text nicht nachvollziehbar erklären kann, hat ihn möglicherweise nicht selbst verfasst.

51. Falsch wiedergegebene Regeln

KI-Texte können Richtlinien erfinden, verkürzen oder falsch erklären. Dabei wird oft sehr selbstsicher formuliert, obwohl die genannte Regel gar nicht existiert oder etwas anderes besagt.

52. Standardisierte Versicherungen guten Verhaltens

  • „Ich bemühe mich, alle Richtlinien einzuhalten.“
  • „Mein Ziel ist eine konstruktive Zusammenarbeit.“
  • „Ich möchte sicherstellen, dass der Text neutral bleibt.“
  • „Ich handle in gutem Glauben.“
  • „Ich bin offen für Feedback und Verbesserungen.“

53. Aufforderung an andere, die eigene Arbeit zu prüfen

  • „Bitte teilen Sie mir mit, welche Teile verbessert werden müssen.“
  • „Welche Formulierungen entsprechen nicht den Richtlinien?“
  • „Bitte helfen Sie mir festzustellen, welche Quellen ungeeignet sind.“

54. Standardisierte Verteidigung gegen den KI-Vorwurf

Häufige Reaktionen sind:

  • Der Verdacht beruhe nur auf dem Schreibstil.
  • Es gebe keinen eindeutigen technischen Beweis.
  • Gut strukturierte Sprache sei kein Beweis.
  • Die inhaltlichen Argumente seien nicht widerlegt worden.
  • KI sei höchstens zur sprachlichen Verbesserung verwendet worden.

55. Belehrende Haftungsausschlüsse

Vor allem ältere KI-Modelle verwendeten häufig Sätze wie:

  • „Es ist wichtig, verantwortungsvoll mit diesem Thema umzugehen.“
  • „Ethische Gesichtspunkte sollten berücksichtigt werden.“
  • „Jede Situation ist individuell.“
  • „Diese Informationen ersetzen keine professionelle Beratung.“
  • „Es ist wichtig, verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen.“

56. Sichtbare Ablehnung des ursprünglichen Auftrags

  • „Ich kann dabei nicht helfen, aber ich kann …“
  • „Als KI-Sprachmodell kann ich …“
  • „Ich darf keine unbelegten Behauptungen erstellen.“
  • „Stattdessen kann ich eine neutrale Übersicht anbieten.“

57. Abrupter Textabbruch

Ein Text endet plötzlich mitten im Satz, in einem Wort, in einer Aufzählung oder innerhalb eines Quellenverweises. Das kann auf ein überschrittenes Ausgabelimit hindeuten.

58. Veraltete Abrufdaten

Ein neuer Text enthält bei vielen Quellen identische, weit zurückliegende Abrufdaten. Das kann darauf hindeuten, dass alte Angaben automatisch rekonstruiert wurden.

Was kein Beweis für einen KI-Text ist

Folgende Merkmale reichen allein nicht aus:

  • fehlerfreie Rechtschreibung
  • ein einzelnes typisches KI-Wort
  • Gedankenstriche
  • Listen
  • Fettschrift
  • Markdown
  • förmliche Sprache
  • ungewöhnlich gute Formulierungen
  • ein positives Ergebnis eines KI-Detektors
  • das persönliche Gefühl, ein Text klinge nach KI

Auch Menschen können genauso schreiben. Zudem lassen sich viele sichtbare KI-Merkmale durch eine nachträgliche Überarbeitung entfernen.

Die stärksten Hinweise in der Praxis

Am aussagekräftigsten sind überprüfbare Fehler und sichtbare Kopierreste:

  1. Formulierungen wie „Hier ist der gewünschte Text“.
  2. Interne Marker wie „turn0search0“, „oaicite“ oder „:::writing“.
  3. Erfundene Quellen, ISBNs oder DOI.
  4. Quellen, die die genannte Aussage nicht enthalten.
  5. Nicht ausgefüllte Platzhalter.
  6. Eine Mischung aus Markdown und fehlerhaftem HTML oder Wikitext.
  7. Nicht existierende Vorlagen oder Kategorien.
  8. Ein plötzlicher und unerklärlicher Wechsel im Schreibstil.
  9. Eine starke Häufung mehrerer sprachlicher und formaler Muster.
  10. Der angebliche Autor kann seine Quellen und Formulierungen nicht erklären.

Am Ende gilt deshalb: Nicht ein einzelner Satz verrät einen KI-Text. Entscheidend ist das Gesamtbild. Je mehr typische Muster, sachliche Fehler, erfundene Quellen und technische Kopierreste zusammenkommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Text ganz oder teilweise von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde.

Grundlage dieser Übersicht sind die Wikipedia-Seiten „Anzeichen für KI-generierte Inhalte“ und „Signs of AI writing“.

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