Dolly Parton: Das Leben einer Musiklegende!
Dolly Parton ist am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren in Nashville gestorben. Nach Angaben ihres Sprechers starb sie nach einer kurzen Krebserkrankung im Vanderbilt-Ingram Cancer Center. Parton gehörte über mehr als sechs Jahrzehnte zu den international bekannten Vertreterinnen der Country-Musik.
Dolly Rebecca Parton wurde am 19. Januar 1946 in East Tennessee geboren. Sie war das vierte von zwölf Kindern. Die Familie lebte in wirtschaftlich einfachen Verhältnissen. Ihr Vater arbeitete unter anderem als Farmer und Bauarbeiter. Parton trat bereits als Kind in der Kirche sowie in lokalen Radio- und Fernsehsendungen auf. Mit 13 Jahren stand sie in der Grand Ole Opry auf der Bühne. Nach ihrem Schulabschluss zog sie 1964 nach Nashville. Ein entscheidender Schritt ihrer frühen Karriere war die Zusammenarbeit mit Porter Wagoner. 1967 wurde sie Mitglied seiner Fernsehsendung. Die gemeinsame Arbeit verschaffte Parton ein landesweites Publikum und führte zu zahlreichen Duettaufnahmen.
Der Weg zur Solokarriere
1971 erreichte Parton mit „Joshua“ erstmals Platz eins der US-Country-Charts. Anfang 1974 folgte „Jolene“. Im selben Jahr wurde auch „I Will Always Love You“ ein Nummer-eins-Hit. „I Will Always Love You“ schrieb Parton im Zusammenhang mit ihrem Abschied aus der beruflichen Partnerschaft mit Porter Wagoner. Eine neue Aufnahme des Liedes erreichte 1982 erneut Platz eins der Country-Charts. 1992 nahm Whitney Houston den Song für den Film „The Bodyguard“ auf und machte ihn international noch einmal bekannt. Parton hatte die Autoren- und Verlagsrechte an dem Lied behalten. Eine zuvor geplante Aufnahme durch Elvis Presley kam nicht zustande, nachdem dessen Umfeld eine Beteiligung an den Verlagsrechten verlangt hatte. Die Trennung von Porter Wagoner verlief geschäftlich nicht ohne Konflikte. Obwohl beide nach Partons Ausscheiden aus seiner Fernsehsendung weiterhin gemeinsam aufnahmen, verklagte Wagoner Parton 1979 wegen Managementgebühren und Tantiemen.
Country und Pop
In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre begann Parton verstärkt, auch außerhalb des klassischen Country-Publikums erfolgreich zu werden. „Here You Come Again“ erreichte 1977 Platz eins der Country-Charts und Platz drei der Billboard Hot 100. Für die Aufnahme erhielt sie ihren ersten Grammy. Weitere Produktionen dieser Zeit enthielten zunehmend Elemente aus Pop und Disco. Dabei blieb Parton gleichzeitig in den Country-Charts erfolgreich. Ein Beispiel ist das Album „Heartbreaker“. Der Titelsong erreichte 1978 Platz eins der Country-Charts. Eine Besonderheit betrifft die gekoppelte Single „I Really Got the Feeling / Baby I'm Burnin'“. Guinness World Records führt „Baby I'm Burnin'“ in seiner Liste der 25 Nummer-eins-Erfolge. Die zugrunde liegenden Chartdaten zeigen jedoch, dass „I Really Got the Feeling“ Anfang 1979 die Nummer eins der Country-Charts erreichte. „Baby I'm Burnin'“ erreichte dort separat Platz 48, war jedoch in den Pop- und Dance-Charts erfolgreicher.
„9 to 5“ und die Filmkarriere
1980 gab Parton neben Jane Fonda und Lily Tomlin ihr großes Kinodebüt in „9 to 5“. Sie schrieb und sang auch den Titelsong. „9 to 5“ erreichte 1981 sowohl Platz eins der Country-Charts als auch Platz eins der Billboard Hot 100. Der Song gewann zwei Grammys und wurde für einen Oscar als bester Originalsong nominiert. Eine zweite Oscar-Nominierung erhielt Parton später für „Travelin' Thru“ aus dem Film „Transamerica“. Auf „9 to 5“ folgten weitere Filmrollen, darunter „The Best Little Whorehouse in Texas“ und „Steel Magnolias“.
Nicht alle Filmprojekte waren erfolgreich. 1984 spielte Parton gemeinsam mit Sylvester Stallone in „Rhinestone“. Der Film blieb sowohl kommerziell als auch bei der Kritik deutlich hinter ihren erfolgreicheren Kinofilmen zurück. Aus demselben Projekt entstand allerdings „Tennessee Homesick Blues“, das wiederum Platz eins der Country-Charts erreichte.
Kenny Rogers, Linda Ronstadt und Emmylou Harris
1983 nahm Dolly Parton gemeinsam mit Kenny Rogers „Islands in the Stream“ auf. Geschrieben wurde der Song von Barry, Robin und Maurice Gibb. Das Duett erreichte Platz eins der Country-Charts und war gleichzeitig ein großer Pop-Erfolg. 1985 folgte mit „Real Love“ ein weiterer gemeinsamer Nummer-eins-Hit von Parton und Rogers. Ein anderes musikalisches Projekt entstand mit Linda Ronstadt und Emmylou Harris. 1987 veröffentlichten die drei Sängerinnen das Album „Trio“. Die gemeinsame Aufnahme „To Know Him Is to Love Him“ wurde ein weiterer Country-Nummer-eins-Hit.
Carl Thomas Dean
Dolly Parton war nur einmal verheiratet. Ihren späteren Ehemann Carl Thomas Dean lernte sie 1964 kurz nach ihrer Ankunft in Nashville kennen. Das Paar heiratete 1966. Dean hielt sich während der gesamten Karriere seiner Frau weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Die Ehe bestand bis zu seinem Tod am 3. März 2025 im Alter von 82 Jahren. Das Paar hatte keine Kinder. Parton erklärte später selbst, dass die Kinderlosigkeit ihr Freiräume für ihre Karriere, ihre große Familie und insbesondere ihre Arbeit für Kinder gegeben habe.
Miley Cyrus
Miley Cyrus war Dolly Partons Patenkind. Die Verbindung entstand über Mileys Vater Billy Ray Cyrus, mit dem Parton seit den frühen 1990er Jahren beruflich verbunden war. Parton trat mehrfach als „Aunt Dolly“ in der Disney-Serie „Hannah Montana“ auf. Auch musikalisch arbeiteten beide wiederholt zusammen. 2017 erschien ihr gemeinsamer Song „Rainbowland“ auf Miley Cyrus' Album „Younger Now“. Zum Jahreswechsel 2022/2023 standen Cyrus und Parton gemeinsam für „Miley's New Year's Eve Party“ vor der Kamera. Dabei sangen sie unter anderem eine Kombination aus Cyrus' „Wrecking Ball“ und Partons „I Will Always Love You“. Parton äußerte sich mehrfach öffentlich über ihre Rolle als Patentante. Sie erklärte, Cyrus auf deren Wunsch Ratschläge zu geben, betrachtete sie jedoch als eigenständige Künstlerin.
Dollywood und die Imagination Library
Neben ihrer Musik- und Filmkarriere war Parton auch unternehmerisch tätig. 1986 eröffnete in ihrer Heimatregion in Tennessee der Freizeitpark Dollywood. Parton erklärte, eines ihrer Ziele sei es gewesen, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und die Kultur der Smoky Mountains aus regionaler Perspektive darzustellen. 1995 gründete sie in Sevier County die „Imagination Library“. Ein persönlicher Hintergrund des Projekts war, dass ihr Vater nicht lesen und schreiben konnte. Das Programm versendet kostenlos altersgerechte Bücher an Kinder bis zum fünften Lebensjahr. Nach Angaben der Organisation waren bis Ende 2025 insgesamt 304.539.509 Bücher verteilt worden. Allein im Jahr 2025 kamen mehr als 40 Millionen Bücher hinzu. Das Programm war zu diesem Zeitpunkt unter anderem in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Irland aktiv.
2020 spendete Parton eine Million US-Dollar an das Vanderbilt University Medical Center zur Unterstützung der COVID-19-Forschung. Die geförderte Forschung stand auch im Zusammenhang mit Arbeiten, die zur Entwicklung des Moderna-Impfstoffs beitrugen.
Auszeichnungen und Karrierebilanz
- Die Recording Academy verzeichnet für Dolly Parton 10 Grammy-Auszeichnungen bei 55 Nominierungen. 2011 erhielt sie zusätzlich den Lifetime Achievement Award.
- 2022 wurde Parton als Performerin in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Zunächst hatte sie erklärt, sich aufgrund ihrer überwiegend der Country-Musik zuzurechnenden Karriere für diese Aufnahme nicht ausreichend qualifiziert zu fühlen. Nach ihrer Wahl nahm sie die Ehrung an. Später veröffentlichte sie mit „Rockstar“ ein eigenes Rockalbum.
- Nach Angaben von Guinness World Records erreichte Parton 113 Einträge in Billboards „Hot Country Songs“, 25 davon auf Platz eins. Außerdem erreichte sie 49 Top-10-Alben in den US-Country-Albumcharts und war über sieben Jahrzehnte in den Country-Charts vertreten.
- Die Associated Press bezifferte ihre weltweiten Tonträgerverkäufe nach ihrem Tod auf mehr als 100 Millionen.
Persönliche Verluste
Partons Familie war wiederholt von Todesfällen betroffen. Ihr Bruder Larry starb kurz nach seiner Geburt. Im Verlauf ihres Lebens starben weitere Geschwister, darunter Floyd Parton und Randy Parton. Im März 2025 starb ihr Ehemann Carl Dean nach fast 59 Ehejahren. Parton sprach später öffentlich darüber, dass sie nach seinem Tod ihre persönlichen und beruflichen Pläne neu ordnen müsse.
Am 25. August 2026 starb Dolly Parton selbst im Alter von 80 Jahren in Nashville.
Die 25 Nummer-eins-Erfolge in den US-Country-Charts
Guinness World Records führt für Dolly Parton 25 Nummer-eins-Chartvorgänge in Billboards „Hot Country Songs“. Chronologisch ergibt sich folgende Liste:
- 1971: Joshua
- 1974: Jolene
- 1974: I Will Always Love You
- 1974: Please Don't Stop Loving Me – mit Porter Wagoner
- 1974: Love Is Like a Butterfly
- 1975: The Bargain Store
- 1977: Here You Come Again
- 1978: It's All Wrong, But It's All Right
- 1978: Heartbreaker
- 1979: I Really Got the Feeling / Baby I'm Burnin' – gekoppelte Single
- 1979: You're the Only One
- 1980: Starting Over Again
- 1980: Old Flames Can't Hold a Candle to You
- 1981: 9 to 5
- 1981: But You Know I Love You
- 1982: I Will Always Love You / Do I Ever Cross Your Mind – gekoppelte Chartnotierung
- 1983: Islands in the Stream – mit Kenny Rogers
- 1984: Tennessee Homesick Blues
- 1985: Real Love – mit Kenny Rogers
- 1986: Think About Love
- 1987: To Know Him Is to Love Him – mit Linda Ronstadt und Emmylou Harris
- 1989: Why'd You Come in Here Lookin' Like That
- 1989: Yellow Roses
- 1991: Rockin' Years – mit Ricky Van Shelton
- 2006: When I Get Where I'm Going – Brad Paisley feat. Dolly Parton
Der letzte dieser Nummer-eins-Erfolge erreichte am 4. März 2006 die Spitze der Billboard Country Charts. Zwischen „Joshua“ und „When I Get Where I'm Going“ lagen damit mehr als 35 Jahre.
Quellen
- Associated Press: Nachruf auf Dolly Parton, 25. August 2026
- Associated Press: Dolly Parton in eigenen Worten, 25. August 2026
- Guinness World Records: Dolly Partons Nummer-eins-Hits in Billboard Hot Country Songs
- Guinness World Records: Karrierebilanz Dolly Partons
- Recording Academy / Grammy Awards: Dolly Parton
- Rock & Roll Hall of Fame: Dolly Parton
- Academy of Motion Picture Arts and Sciences: Dolly Parton
- Dolly Parton's Imagination Library: Year in Review 2025
- Dolly Parton's Imagination Library: Geschichte des Programms
- Dolly Parton Official: Zusammenarbeit mit Miley Cyrus
- Dolly Parton Official: Miley's New Year's Eve Party
- People: Dolly Parton und Carl Thomas Dean
- Dolly Parton Discography: Heartbreaker und die Singles von 1978/79
- Bear Family Records: Dolly Parton und Porter Wagoner 1967-1976
- Recording Academy: Dolly Partons philanthropische Arbeit
- People: Dolly Partons Filmkarriere
- People: Dolly Parton über ihre kinderlose Ehe
- Entertainment Weekly: Dolly Partons Familie und Geschwister
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