Firefox - Was sind Containerdateien
Wer Firefox regelmäßig nutzt, kennt das Problem: Man besitzt mehrere Konten bei demselben Anbieter und muss sich immer wieder abmelden und mit einem anderen Konto neu anmelden. Vielleicht gibt es ein privates Google-Konto und eines für die Arbeit, verschiedene Facebook-Konten oder getrennte Zugänge für unterschiedliche Projekte. Firefox bietet für solche Situationen eine ausgesprochen praktische Lösung: Container.
Einen Container kann man sich am einfachsten als einen abgeschlossenen Bereich innerhalb des Browsers vorstellen. Webseiten, die in einem Container geöffnet werden, erhalten einen eigenen Bereich für Cookies und andere Websitedaten. Dadurch können mehrere voneinander unabhängige Sitzungen gleichzeitig bestehen. Das Schaubild zeigt das Prinzip anhand der vier Bereiche „Persönlich“, „Arbeit“, „Shopping“ und „Social Media“. Jeder dieser Container besitzt seinen eigenen Datenbereich. Cookies, Anmeldesitzungen und weitere Websitedaten bleiben von den anderen Containern getrennt. Öffnet man beispielsweise Facebook im Container „Persönlich“ und meldet sich dort mit dem privaten Konto an, kann Facebook anschließend zusätzlich im Container „Arbeit“ oder „Social Media“ geöffnet werden. Dort lässt sich ein anderes Facebook-Konto verwenden. Beide Konten bleiben gleichzeitig angemeldet. Ein ständiges Abmelden und erneutes Anmelden ist nicht erforderlich.
Der Grund dafür liegt vor allem in der getrennten Speicherung der Websitedaten. Nach einer erfolgreichen Anmeldung speichert eine Webseite normalerweise Cookies und andere Informationen im Browser, anhand derer sie die bestehende Sitzung wiedererkennt. Ohne Container verwenden alle normalen Tabs denselben Datenbereich. Mit Containern erhält dagegen jeder Bereich eine eigene, voneinander getrennte Umgebung. Wie im Schaubild dargestellt, können die verschiedenen Container deshalb unabhängig voneinander verwendet werden. Im persönlichen Container kann beispielsweise ein privates Konto angemeldet sein, während im Arbeitscontainer gleichzeitig ein geschäftliches Konto derselben Webseite verwendet wird. Der Shopping-Container kann wiederum für Onlineshops und Bestellungen vorgesehen werden, während soziale Netzwerke in einem eigenen Bereich geöffnet werden.
Diese Trennung sorgt nicht nur für mehr Übersicht. Sie kann auch dabei helfen, private, berufliche und andere Aktivitäten stärker voneinander zu separieren. Webseiten können die in einem anderen Container gespeicherten Cookies und Sitzungsdaten nicht einfach mitverwenden.
Container sind nicht der private Modus
Container sollten allerdings nicht mit dem privaten Modus von Firefox verwechselt werden. Das Schaubild stellt diesen Unterschied bewusst heraus. Ein Container ist für eine dauerhafte Nutzung gedacht. Die darin gespeicherten Daten bleiben auch nach dem Schließen von Firefox erhalten. Wird die betreffende Webseite später wieder im gleichen Container geöffnet, kann die bestehende Anmeldung weiterhin verfügbar sein.
Der private Modus verfolgt dagegen ein anderes Ziel. Daten wie Cookies und die während der privaten Sitzung entstandene Chronik werden nach dem Beenden der privaten Fenster wieder verworfen. Ein privates Fenster eignet sich daher nicht dazu, dauerhaft verschiedene Konten voneinander getrennt zu verwalten.
Auch vollständige Anonymität bieten weder Container noch der private Modus. Container dienen in erster Linie dazu, Websitedaten und Anmeldesitzungen voneinander zu trennen. Sie können das Tracking erschweren, sind aber kein vollständiger Schutz vor allen Möglichkeiten, mit denen Webseiten einen Benutzer wiedererkennen können.
Mehrere Konten gleichzeitig verwenden
Firefox bietet Container direkt im Browser an. Zusätzliche Möglichkeiten stellt Mozillas Erweiterung „Firefox Multi-Account Containers“ bereit. Mit ihr lassen sich eigene Container erstellen, benennen und verwalten. Außerdem kann festgelegt werden, dass bestimmte Webseiten automatisch in einem bestimmten Container geöffnet werden. Besonders praktisch sind Container für Benutzer, die mehrere Konten derselben Webseite verwenden. Ein privates Facebook-Konto, ein berufliches Facebook-Konto oder verschiedene Google-Konten können so gleichzeitig geöffnet bleiben. Auch Einkäufe lassen sich in einem eigenen Container von anderen Aktivitäten trennen. So könnte beispielsweise eine beruflich genutzte Webseite immer im Container „Arbeit“ starten, während private Webseiten im Container „Persönlich“ geöffnet werden. Nach der einmaligen Einrichtung geschieht diese Trennung weitgehend automatisch.
Container gehören damit zu den Funktionen von Firefox, deren Nutzen sich häufig erst im praktischen Einsatz vollständig zeigt. Wer mehrere Konten verwendet oder unterschiedliche Bereiche seiner Internetnutzung voneinander trennen möchte, kann sich damit zahlreiche An- und Abmeldungen sparen und gleichzeitig seine Websitedaten übersichtlicher organisieren.
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