Der Irland-Krimi: Die Toten von Glenmore Abbey
Ich war schwer in sie verknallt, als ich 16 Jahre alt war. Désirée Nosbusch war der feuchte Traum meiner schlaflosen Teenie-Nächte. Als sie auf der Titelseite der Bravo war, habe ich dieses Bild ausgeschnitten und an die Wand neben meinem Kopfende des Bettes gehängt. Jeden Schnipsel von ihr habe ich gesammelt und in ein "Album" geklebt. Heute nennt man das "Fanboy", früher war man, vor allem als Junge, eher ein Außenseiter. Im Laufe der Jahre verlor ich aber das Interesse an dieser Frau und sie dann auch aus den Augen. Von ihrem ersten Film ("Der Fan") habe ich nur die Nacktszenen gesehen und was ich da sah, fand ich schon nicht mehr so berauschend.
Erst viele Jahre später, sie war schon lange in die USA ausgewandert, wurde ich wieder auf sie aufmerksam, obwohl sie fast jährlich in Fernsehserien oder Spielfilmen zu sehen war. So sah ich sie einmal in "Der Tod meiner Schwester" und in einer Folge SOKO. Und gestern las ich, dass sie 2019 in einer Miniserie eine Psychologin spielte. Also dachte ich mir, da könnte man ja reinschauen. Das hätte ich allerdings nicht machen sollen, denn die erste Folge von Der Irland-Krimi: Die Toten von Glenmore Abbey ist schlichtweg eine Katastrophe!
Die Handlung des Films
Der Irland-Krimi: Die Toten von Glenmore Abbey ist ein deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 2019, der als Pilotfilm für die ARD-Kriminalfilmreihe "Der Irland-Krimi" dient. Unter der Regie von Züli Aladag spielt Désirée Nosbusch die Hauptrolle der Cathrin Blake (Désirée Nosbusch), einer deutschen Psychologin, die in Galway, Irland, lebt und arbeitet. Der Film spielt in der Hafenstadt Galway an der Westküste Irlands. Die Handlung dreht sich um die Entdeckung von Kinderskeletten und dem Skelett eines unbekannten erwachsenen Mannes auf dem Gelände des ehemaligen Magdalenenheims der katholischen Glenmore Abbey. Kathrin Blake, die Protagonistin, ist eine ehemalige Polizeipsychologin, die nach dem mysteriösen Verschwinden ihres Mannes Liam vor zehn Jahren in eine Lebenskrise geriet. Sie arbeitet nun als freie Psychologin und wird in den Fall hineingezogen, als sie vermutet, dass es sich bei dem gefundenen erwachsenen Skelett um ihren verschwundenen Mann handeln könnte, der selbst Polizist war. Der Film thematisiert die Geschichte der Magdalenenheime in Irland, in denen bis in die 1990er Jahre junge, oft schwangere Frauen unter schwierigen Bedingungen festgehalten wurden. Es wird enthüllt, dass Cathrins Mann Liam selbst ein "Magdalenenkind" war.
Eine Rezension
Soweit, so gut. Das hätte durchaus ein guter Film werden können. Aber, jetzt mal ehrlich, wer hat denn dieses Drehbuch abgesegnet! Mehr als einmal dachte ich "Ist das euer Ernst?" Aber fangen wir von vorne an. In der Gartenanlage eines Klosters, das früher als Magdalenenheim benutzt wurde, werden fünf Skelette von Babys entdeckt. Ein sechstes Skelett ist aber ein Mann und liegt noch nicht so lange in der Grube.

(c) ARD*
Eine junge Polizistin, die gerade mal mehrere Monate dabei ist, geht in das Zelt und fragt: "Ist die Todesursache schon bekannt?" Das Skelett war noch nicht mal richtig ausgegraben! Da ist diese Frage schon selten dämlich. Zudem stellt sich mir die Frage, warum das Skelett ausgerechnet im Grab von weiteren fünf Babyleichen liegt?
Durch einen Ring und einen Schlüssel, der bei der Leiche gefunden wurde, erkennt Cathrin Blake, dass es sich um ihren Mann Liam handelt. Sie beginnt "auf eigene Faust" zu ermitteln und entdeckt später, dass ihr Mann, der ebenfalls Polizist war, als "Maulwurf" gebrandmarkt wurde, nachdem er verschwunden war. Ihr ehemaliger Kollege Callum O’Connor, sowie ihr damaliger Chef Superintendent Sean Kelly legen ihr dabei viele Steine in den Weg, um sie von ihren Recherchen abzubringen. Cathrin entdeckt dann in einem Schließfach, dass ihr Mann ein Magdalenenkind war und macht sich auf die Suche nach seiner Mutter, die als Obdachlos gilt.

(c) ARD*
Dabei trifft sie auf die Oberin des Klosters, die sich mehr als aufällig verhält und mehr und mehr das Mißtrauen von Cathrin weckt. Das Kloster betreibt ebenfalls eine Armenspeisung und Cathrin bemerkt eines Tages, dass dort Geschäfte laufen, die nichts mir einer Speisung zu tun haben. Nachdem sie auch eine weitere Ordensschwester unter Druck setzt, gerät sie in den Fokus der örtlichen Mafia. Und jetzt wird es richtig schlimm. Cahtrin hatte nach dem Verschwinden ihres Mannes eines schwere Zeit, wurde alkoholkrank und hatte versucht, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Also inszenierte die Mafia bei ihr zuhause , auf einem Tisch, leere Wiskeyflaschen und mehrere leere Blister. Sie entführten Cathrin auf ein Schiff, füllten sie mir Alkohol ab und stopften ihr Tabletten in den Mund. Dann warfen sie die ohnmächtige und gefesselte Frau über Board.

(c) ARD*
In einer nächsten Szene wird sie von einem Jogger am Strand gefunden. Da wollte ich dann aber wirklich abschalten. Wenn man also eine besinnungslose, gefesselte Frau ins Meer schmeißt, kann die - wohl bemerkt lebend - an Strand gespült werden? Was ein Schwachsinn! Die würde untergehen wie ein nasser Sack! Und wie dämlich muss bitte die Mafia sein, nicht auch noch einen Betonklotz an die Frau zu binden? Ich konnte es echt nicht fassen!
In einer weiteren Szene wird dann eine der Nonnen erschossen, man sieht aber nicht, welche der Nonnen das sein soll (kann es sich aber denken), dann sieht man den ehemaligen Kollegen (der sich inzwischen als Maulwurf herausgestellt hatte), der seiner Tochter Geld bringt, die ein Baby auf dem Arm trägt. Die Tochter ist wütend und schickt ihn weg, man erfährt aber nicht, warum dieses Verhältnis zerstört ist.
Die verratene Razzia
In einer Abfertigungshalle sieht man in einer Szene mehrere Männer, wie sie Kokainpakete aus Kisten holen. Die Pakete sind mit Fischen bedeckt. Die Männer schneiden die Tüten auf, schütten irgendwelche Flüssigkeiten drüber und "wischen" die Fische ab (als ob man Spuren von Kokain wegwischen könnte). Genau in dieser Halle soll eine Razzia stattfinden, doch der Maulwurf hatte einen Tipp gegeben. Eine Spezialeinheit stürmt die Halle, aber keine Spur vom Kokain. Die Polizei zieht wieder ab. Es war keine Spurensicherung in der Halle, es wurde nichts untersucht. Nichts. So wie die Gangster da mit dem Kokain gewütet haben, hätte man überall ganze Staubbahnen von Kokain finden müssen!
Noch eine tolle Szene zum Abschluss: Nach der Obduktion der Kinderskelette kam man zu dem Schluss, dass diese Kinder an der Grippe gestorben sind. Blake sagt: "Als Tod durch Unterlassung". Man kann erstens an einem Skelett gar keine Obduktion durchführen und zweiten - schon gar nicht - feststellen, ob der Tote "an der Grippe" gestorben ist. Wie soll das bitte gehen! Man hat nur noch Knochen!
Die Nosbusch als Schauspielerin
Es tut mir wirklich leid, aber Frau Nosbusch ist einfach keine gute Schauspielerin. Sie spielt hölzern, unbeteiligt, emotionslos und alles was sie sagt, klingt wie auswendig gelernt. Da sich die Serie um die von ihr gespielte Cathrin Blake dreht, werde ich mir auch keine weitere Folge antun. Der Pilotfilm war schon schlimm genug!
* Alle verwendeten Bilder liegen nicht auf meinem Server, sondern sind nur eingebunden! Sie befinden sich auf den Originalseiten und sind nur verlinkt!